Geschichte

Geschichtliche Entwicklung

Die Entwicklung dieser Techniken ist eng mit der koreanischen Geschichte verknüpft. Die Kampfsportsysteme wie Tae-Kwon-Do, Hap-Ki-Do, Moo-Duk-Kwan etc. wurden erst in diesem Jahrhundert geformt, aber die Techniken haben eine alte Tradition.

Im nördlichen Koguryo (37 v.Chr. -918 n.Chr.) waren Kampfkünste sehr populär und sind auf Gemälden in Gebäuden aus jener Zeit noch zu erkennen. Der praktizierte Freikampf DOO-KYUN-BUB legte die besondere Betonung auf Faust- und Kopfstöße. In japanischen Aufzeichnungen ist erwähnt, daß Komo Asmi, ein Flüchtling aus Koguryo, nach der Besiegung durch Silla große Achtung erzielte, als er seine Kampfkunst vor dem Kaiser Tenchi gegen Sumo-Kämpfer demonstrierte.

 


 

Das kleine Königreich Silla, gegründet 57 v.Chr., hatte aufgrund der permanenten Bedrohung durch die Nachbarn die vielfältigste Palette von Kampfkünsten, wie SOO-BAK, CHE-WANG-UN-KI oder TOO-HO. Mit einer kulturellen Invasion kamen 379 buddhistische Mönche ins Land. Sie brachten das populäre JI-PANG-I-SOOL mit, eine Form des Stockfechtens mit den Wanderstäben der Mönche. Die Königin Heung (540?575) sah ihr Ziel in der Einigung der drei Königreiche dieser Halbinsel. Sie gründete eine Gruppe junger Adeliger mit Namen Hwarang-Do. Diese, den japanischen Ninja vergleichbaren, Kämpfer waren das Rückgrat der Armee von Silla. Sie trainierten geistige und körperliche Disziplinen und beherrschten alle Formen des Überlebens. Die Taten ihrer Mitglieder sind Legenden geworden. Mit Hilfe der Hwarang-Do Bewegung und der chinesischen Tang-Dynastie gelang es 668, die Halbinsel zu einigen. Skulpturen an den Wänden des Sukkulam Tempels auf dem Berg Tohan zeigen noch heute moderne Nahkampftechniken.

Das dritte Königreich Paikche (17 v.Chr. – 660 n.Chr.) hatte 70 Jahre lang den Angriffen Sillas widerstehen können. Die hier verbreitete Kampfkunst war CHUNG-DAI-BUB und gilt als Ursprung der meisten Hap-Ki-Do Techniken. Diese Kunst war eine reine Selbstverteidigung, deren Beherrscher einen Angriff eines oder mehrerer Angreifer durch Ausnutzung der Kraft des Gegners mittels Tritte und durch Gelenkhebel abwehren konnten. Es ist interessant, daß zwischen Paikche und Japan reger Kulturaustausch bestand. Dabei beeinflußten sich wahrscheinlich auch die Kampfsportarten gegenseitig.

Nach der Einigung 918 kam der Name Koryo für die Halbinsel auf, aus dem das westliche Korea resultiert. Der erste König Koryos, Tajo, verkündete, daß der Erfolg seiner Dynastie nur mit Buddhas Hilfe gelang, und er verkündete den Buddhismus als Staatsreligion. Dadurch wurden die Klöster zu Kulturzentren und zu Trainingszentren der Kampfkünste. Viele Adelige gingen in die Klöster und erlernten zum Beispiel das nun aufblühende TAE-KYON, dem Vorläufer des TAE-KWON-DO, bei dem die hohen Tritte, dem Körperbau der Koreaner hervorragend angepaßt, ihre Entwicklung begannen.

 


 

Das zweite Zentrum der Entwicklung war die Armee. Der General Chung, der 1137 mit einem Putsch die Regierung übernahm, ließ Turniere (Subak oder Kwonbub) der Mudomeister veranstalten, die jedes Jahr im Mai stattfanden. Während dieser Zeit kamen auch die Fächer-Techniken (BU CHAI SOOL) in den adeligen Familien auf. Der koreanische Fächer hat Bambusstäbe und ist bis 30 cm lang. Dadurch eignet er sich sehr gut als Schlagwaffe gegen vitale Punkte des Körpers. Auch diese Techniken wurden bis in das heutige HAP-KI-DO weitergereicht.

1393 kam die Lee Dynastie an die Macht, in der der Konfuzianismus gefördert wurde. General Lee Sung Ke fürchtete die Macht der Klöster, die eigene Steuern erhoben und eigene Armeen hatten, und zerstörte bis auf 36 alle Klöster. Die Kampfkünste wurden vom Hof verbannt, man widmete sich nur noch geistigen Künsten. Die Meister der Kampfkünste gingen in den Untergrund, ins Ausland oder zogen in die unwegsamen Berge. Die Techniken wurden nur an Familienmitglieder oder enge Freunde weitergegeben. In der Einsamkeit wurden in den folgenden Jahrhunderten neue Systeme entwickelt und stetig verbessert.

Das Militär wurde unter ziviler Führung gestellt und das Training der Nahkampftechniken in der Armee wurde eingestellt. So gelang es 1592 dem Japaner Hideyoshi sehr leicht, die koreanische Halbinsel zu besetzen. Von diesem Schlag erholte sich Korea nicht mehr, es begann eine Zeit der Unruhen und Aufstände, bis 1910 das Land von Japan annektiert wurde.

Wiederum war das Training der Kampfkünste verboten. Selbst die koreanische Sprache durfte nicht gesprochen werden. Viele Koreaner gingen während dieser Zeit ins Ausland. So kam 1930 der junge Choi-Yung-Sool nach Japan. Er hatte seit frühester Jugend die koreanischen Kampfkünste gelehrt bekommen und war schon ein Meister des Tae-Kyon. Er befaßte sich auch mit den japanischen Budoarten. Besonders hatte ihm das DAI?DO?RYU (auch Dai Do Jitsu) angetan. Dieses System machte ihn mit den sanften runden Bewegungen vertraut. Mit ihm zusammen übte auch der junge Morihei Uyeshiba das DAI-DO-RYU, der dieses System mit zur Grundlage seines AIKIDO machte.

 


 

Nach seiner Rückkehr nach Korea sammelte Choi eine Handvoll Interessierter in einer Garage und trainierte sie in seinem System, das er HAP-KI-DO nannte. Er verband darin die alten koreanischen Künste mit den runden Bewegungen das DAI DO RYU. Nach dem Koreakrieg zersplitterten sich seine Schüler und gründeten viele Schulen, wobei sie ihre Techniken HOSHIN-SOOL, MU-SOOL, BI-SOOL etc. nannten. Die alten TAE-KYON Meister hatten sich inzwischen zusammen getan, ein einheitliches System geschaffen und es TAE-KWON-DO genannt. Nach dem Erfolg dieser Maßnahme übte die Regierung einen verstärkten Druck auf die HAP-KI-DO Sportler aus, und so wurde 1960 unter dem Vater des HAP-KI-DO der koreanische Kido Verband gegründet. Vorsitzende waren seine besten Schüler Ji Han-Jai und Kim Moo-Wung. Unter Führung von Ji Han-Jai hat der Verband heute weit über eine Million Mitglieder.

Der dritte der Schüler, die von Anfang an bei Choi Yung-Sool waren, war Suh In-Hyuk. Er schloß sich mit seiner KUK-SOOL-WON Schule nicht dem Verband an, sondern blieb selbstständig. Großmeister Suh legt besonderen Schwerpunkt auf die Beherrschung des Ki. Er fügte die alten Stocktechniken, Fächer- und Schwerttechniken wieder zum System hinzu. 1975 ging er in die USA, wo er den Kuk-Sool-Won Hapkido Weltverband gründete. Wie in vielen anderen Kampfsportarten, gibt es im Augenblick damit zwei große HAP-KI-DO Verbände.